EPIDU Social Media Influencer Marketing | Interview: Scott Jenkins
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Interview: Scott Jenkins

Interview: Scott Jenkins

Für alle, die noch mehr über den Autor des Romans „Die Chronisten“ erfahren wollen, hat uns Scott Jenkins in einem Interview Rede und Antwort gestanden:

1. Was hat dich zu deinem Werk inspiriert? Woher nimmst du deine Ideen?
Die größte Inspiration und eigentlich auch die Quelle der Idee war Andreas Eschbachs Roman ‚Das Jesus-Video‘. Ich weiß zwar nicht mehr, ob ich zuerst das Buch gelesen oder die Mini-Serie dazu gesehen habe – jedenfalls hat mich das Buch fasziniert. In seinem Buch wird ja ein junger Archäologe bei seiner Suche begleitet, und ich fragte mich, was wäre, wenn der Reisende selbst begleitet wird? Also wie würde ein Mensch aus unserer Zeit eine solche Reise empfinden, wie würde er es verkraften, da es einen großen gesellschaftlichen, kulturellen und auch mentalen Unterschied zu überstehen gäbe.
Und natürlich auch – wie würde ein Reisender tatsächlich auf Jesus reagieren? Wäre er euphorisch oder eher enttäuscht von der tatsächlichen historischen Person? Und ein letzter Punkt ist natürlich – man muss sich ja festlegen, welche der überlieferten Kriterien man als ‚wahr‘ oder als ‚erfunden‘ nimmt. Gab es den Kindermord von Herodes? Wann wurde Jesus denn nun geboren, da das Jahr 0 oder 1 ja nicht in Frage kommt…?
Bezüglich der Ideen – da es ja eine Reise in eine andere Epoche ist, ist es nun einmal gut, dass Geschichte eines meiner Hobbys ist, weil mich frühere Kulturen, Völker und Sprachen einfach sehr faszinieren.
Die restlichen Ideen kommen aus meiner Fantasie, da es bei mir, ob Segen oder Fluch, so ist, dass meine Gedanken sehr schnell wegschweifen können, ich oft schnell die Konzentration verliere. Ich hatte sogar schon gemutmaßt, an ADS zu leiden. Die Folge davon – man kann lange und viel über verschiedenste Dinge nachdenken, manchmal auch ruhig über Unsinn, denn der ist ja auch nun mal ein Teil davon. Und meine Gedanken gehen meist zu wissenschaftlichen Themen oder halt zu Szenen von Storys, die schon existieren können – oder auch nicht. Und so kann es sein, dass ich von einer Szene, die ich hinterher schreibe, vorher manchmal Dutzende Varianten durchgespielt habe und zum Schluss jene wähle, die mir am besten geeignet scheint.

2. Identifizierst du dich mit einem oder mehreren deiner Charaktere?
Manchmal ja, das hängt aber auch von der Geschichte und den Personen ab. Im betreffenden Werk stecken schon einige Dinge von mir in der Hauptperson ‚Ross Devlin‘ drin. Er studiert Geschichte (hätte ich mir selbst auch vorstellen können), verliebt sich in ein Mädchen und versucht, mit allen gut auszukommen.
Ich habe aber die Charaktere bewusst verschieden gewählt, damit man einen besseren Kontrast sieht. Ich hoffe jedenfalls, dass es funktioniert. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich richtig böse Charaktere nicht erschaffen könnte, jedenfalls nicht von Dauer. Dafür bin ich dann doch nicht der Typ.
Das Super-Genie im Buch hat auch noch ein paar Probleme mit dem ‚normalen‘ Leben, was aber daran liegt, dass er selbst nicht ‚normal‘ ist. Trotzdem findet er seinen Platz.
Ob man sich als Mann mit einem Frauen-Charakter identifizieren könnte, kann ich wahrscheinlich nicht beantworten.

3. Wer darf einen neuen Text von dir zuerst lesen? Und warum?
Früher haben meine Eltern und meine Familie die ersten Rohfassungen gelesen, inzwischen veröffentliche ich sie nach Möglichkeit in Foren und frage auch Freunde oder Bekannte, ob der eine oder andere Lust hat, vorher die Story zu lesen.
Diesbezüglich achte ich schon ein wenig darauf, ob die Person möglicherweise Fachwissen hat, das für die Story wichtig wäre und somit die Authentizität bestätigen könnte. Eine feste Person habe ich in dem Sinn nicht.

4. Warum oder wie hast du angefangen zu schreiben? Gibt es ein Schlüsselerlebnis?
Das Schlüsselerlebnis, wenn man es denn so nennen will, war 1994. Roland Emmerichs ‚Stargate‘ kam heraus und das war für meine ersten beiden Bücher der Reihe ‚Die zweite Menschheit‘ der Beginn, auch wenn es bis zum ersten Wort danach noch Monate gedauert hat. So habe ich Ideen gesammelt und irgendwann hatte ich Angst, dass eine der Ideen verloren gehen könnte, also habe ich mich eines Tages hingesetzt und angefangen.

5. Was bedeutet es für dich, zu schreiben bzw. Autor zu sein?
Tja hätte man mir in meiner Schulzeit gesagt, dass ich eines Tages mal Bücher schreiben würde – ich hätte wahrscheinlich gelächelt. Es ist sogar so, dass ich in der Schulzeit beim Thema Literatur eher zu den Schwächeren gehörte.
Inzwischen ist es aus meinem Leben gar nicht mehr wegzudenken. Es ist sogar fast eine Art Lebenselixier, das ich nicht mehr missen möchte. Und Ideen habe ich genug bis zum Ende meines Lebens. Inzwischen kann ich sogar einen gewissen Stolz hegen, wenn ich meine bisher geschriebenen Storys ansehe. In so gut wie jeder steckt viel Herzblut und Liebe drin und des Öfteren lese ich immer noch gern darin.
Es ist natürlich auch ein Entwicklungsprozess dabei. Meine ersten beiden Geschichten der ‚zweiten Menschheit‘ waren meine Anfänge, inzwischen habe ich sie auf Kinder-Niveau herabgestuft, da sich mein Stil, Wortwahl und Schreib-Fluss seitdem sehr geändert haben.

6. Beeinflusst dein Leben deine Stories oder nehmen deine Werke Einfluss auf dein Leben?
Ich denke, viel von ersterem und ein klein wenig von letzterem. Aber um dies konkreter beantworten zu können, reichen denke ich 15 Jahre nicht wirklich.

7. Hast du schriftstellerische Vorbilder?
Nein.

8. Wo holst du dir Anregungen für das Schreiben?
Aus dem täglichen Leben zum einen und aus dem TV zum anderen. Im TV kann man viele interessante Charaktere beobachten, die dann auch manchmal in die Geschichten einfließen. Und das Beurteilen von Charakteren – also, warum macht er dies und jenes, wieso verhält er sich so, wie reagiert er auf andere, hat er bestimmte Gestiken und Mimiken – ist manchmal höchstinteressant und spannend.

9. Was macht dein Buch „Die Chronisten“ so lesenswert?
Ich denke – generell erst einmal – dass ein Buch dann lesenswert ist, wenn es so wenig berechenbar wie möglich ist. Also wenn man beginnt zu lesen und nach fünf Seiten denkt man sich – wahrscheinlich geht es so und so weiter und genauso kommt es auch – dann würde ich es als langweilig empfinden und ich würde das Buch wohl nicht wieder anrühren.
Meine ‚Chronisten‘ sind zumindest für alle die, die sich wenigstens ein bisschen für Science-Fiction und Geschichte interessieren. Ich habe auch die Hoffnung, dass andere, denen diese Genres weniger am Herzen liegen, auch genügend neugierig werden, um mal einen Blick zu erhaschen. Aber ich hoffe und denke auch, dass ich beide Thematiken – Zeitreisen generell zum einen und das Thema Jesus zum anderen – mit genügend Spannung zusammengesetzt habe.
Ich habe auch versucht, das wahrscheinlich berühmteste Science-Fiction-Thema: Zeitreise – mit so viel Authentizität wie möglich zu versehen. Deshalb beginnt die Geschichte auch im 22. Jahrhundert, so dass Wissenschaft und Technik bis dahin noch genügend Zeit haben, die verrücktesten Dinge hervorzubringen… Und – die Charaktere im Buch gehen mit dem Punkt ‚Zeitreisen‘ auch einigermaßen ‚realistisch‘ um.

10. Dein Wort an das Publikum
Stellen Sie sich vor, die Tür bei Ihnen geht auf und ein Bekannter kommt zu Ihnen rein und sagt – ‚Hey, ich habe mit Freunden zusammen einen Weg durch die Zeit gefunden – kommst du mit?“
Wie würden Sie reagieren? – ‚Hey, wow, das ist toll. Klar – ich hole nur schnell meine Sachen…!‘ Oder würden Sie sagen – ‚Was?? Sagt mal habt Ihr den Verstand verloren? Wisst Ihr überhaupt, was da alles passieren kann? Und wisst Ihr denn überhaupt, wohin dieser… Weg führt?‘ ‚Zur Zeitenwende. Willst du `mal wissen, wer Jesus wirklich war…?‘
Also stellen Sie sich vor – was wäre, wenn…?

11. In deinem Roman geht es um Zeitreisen, warum fasziniert dich dieses Thema?
Es sind denke ich mehrere Aspekte, die dieses Thema so interessant wie auch faszinierend machen.
Erstens – die Tatsache, dass viele Wissenschaftler unserer Zeit dieses Thema belächeln und es als Humbug abtun. Man könnte also sagen, je mehr einige Leute ein Thema ablehnen, desto interessanter scheint es zu werden.
Zweitens – hier kommen zwei verschiedene Thematiken zusammen: Erstens die Technik, die eine solche Reise ‚möglich‘ macht. Und ohne Wissenschaft keine Technik und da ich mehr als wissenschaftsinteressiert bin, jedenfalls im Passiven, kann ich das eine mit dem anderen verbinden. Auf der anderen Seite die geschichtliche Epoche, um die es gehen soll. Und mit Geschichte als weiteres Hobby ist dieses Thema für mich wie geschaffen.
Drittens – die sogenannten ‚temporalen Theorien‘. Was für Regeln gibt es, wie sehen diese aus, was muss beachtet werden. Auch zu diesem Thema habe ich mir jahrelang den Kopf zerbrochen – so z.B. was versteht man unter Kausalität, was weiß man heute zu diesem Thema, was liegt noch im Grauen? Auch hier muss ich sagen, dass mich da das TV durchaus beeinflusst hat.

12. Wenn du selbst eine Zeitreise unternehmen könntest, welche Zeit wäre dein Ziel? Warum?
Ich denke, es gäbe keine Zeitepoche, die mir nicht gefallen würde. Vermutlich wäre mein Hauptziel das Römische Reich unter Julius Caesar. Die Römer haben damals ein Reich geschaffen, dass eintausend Jahre überdauert hat und haben dabei fast alle möglichen Regierungsformen ausprobiert. Dieses Thema – das Römische Reich – ist natürlich sehr vielseitig. Angefangen von den italischen Stämmen – Romulus und Remus lasse ich mal bewusst weg – bis zum großen Imperium hat es der europäischen Geschichte einen sehr großen Stempel aufgedrückt. Es war die Zeit von Hannibal, Caesar, Cleopatra, Alexander und natürlich auch Jesus. Und für einen geschichtsinteressierten Menschen ist diese Epoche daher sehr aufregend wie faszinierend.



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